Wirtschaftsgespräche am Main mit Friedrich Joussen

„Schwellenländer sind die künftigen Innovationstreiber in der mobilen Kommunikation“

Kurzfilm zur Veranstaltung

„Die Erfolgsgeschichte des Mobilfunks in Deutschland und Europa, wie wir sie in den letzten 15 Jahren erlebt haben, ist beispiellos". Friedrich Joussen, Geschäftsführer von Vodafone Deutschland, begann seinen Vortrag über die Zukunft von mobiler Kommunikation und Internet bei den Wirtschaftsgesprächen am Main mit einem Blick zurück.
 
Wie war es möglich, dass sich eine Innovation wie das „Handy" innerhalb weniger Jahre zum selbstverständlichen Alltagsbegleiter entwickelt hat, dessen Abhandenkommen man heute deutlich früher bemerkt als den von Autoschlüssel oder Kreditkarte? Die Antwort, die Joussen den Gästen der gemeinsamen Veranstaltung von FAZ, Hotel InterContinental, Messe Frankfurt und der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain gab, war einleuchtend: Der Erfolg der mobilen Kommunikation, so der Spitzenmanager, „ist ein Ergebnis von intelligenter Regulierung und freiem Wettbewerb". Ein gesetzlich verankerter, gemeinsamer europäischer Standard und eine klare Zuordnung von Frequenz-Blöcken und Lizenzen hätten für Planbarkeit und Sicherheit gesorgt. Und das seien, so Joussen, „die idealen Voraussetzungen für den dann folgenden freien Wettbewerb der Unternehmen um Innovationen und Marktanteile gewesen."

Die großen, aktuellen Trends der mobilen Kommunikation - bei denen es vor allem um die Nutzung und Einbindung des Internets geht - entstehen momentan nicht in Europa und den USA.  Die technologischen Vorreiter kommen zusehends aus China, Indien und Südamerika. In diesen Ländern führen große Märkte und eine auf wirtschaftlichen Erfolg fokussierte Industriepolitik zu einem höheren Innovationstempo als im Rest der Welt. „Da können wir in Europa schon aus Kostengründen mittelfristig nur schwer mithalten", ist sich der Deutschland-Chef von Vodafone sicher. In welchen Dimensionen chinesische Unternehmen dabei agieren, macht das Beispiel von Huawei deutlich - ein hierzulande noch weitgehend unbekannter Player im Markt, bei dem 35.000 der insgesamt 60.000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung arbeiten. Warum in den Schwellenländern gerade die mobile Kommunikation der Innovationstreiber ist, liegt laut Joussen nahe: „Sie ist aufgrund einer fehlenden anderweitigen Infrastruktur der einzige Zugang zum Internet."    

Untätig sind die großen europäischen Mobilfunkbetreiber allerdings auch nicht. Joussen blickt trotz der starken neuen Konkurrenz durchaus optimistisch nach vorne: „Das Internet wird der zentrale Treiber der weiteren IT-Entwicklung sein. Wenn wir unsere Erkenntnisse schnell umsetzen, werden auch wir in den nächsten 20 Jahren zu den Gewinnern gehören." Voraussetzung dafür sei aber eine europäisch abgestimmte, konsequente Industriepolitik, die durch intelligente Regulierung den Wettbewerb fördert und beschleunigt.
Referent:Friedrich Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung Vodafone Deutschland
Datum:30.09.200912:00 Uhr
Ort:Hotel InterContinental Frankfurt, Wilhelm-Leuschner-Straße 43, 21. Stock, Raum "Silhouette"

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