Wirtschaftsgespräche am Main mit Prof. Udo Ungeheuer

"2010 wird für Schott ein sehr gutes Jahr"

Kurzfilm zur Veranstaltung

Ob es die Beleuchtung über dem Zahnarztstuhl ist, der Airbagzünder im Auto oder die Ceran-Kochfelder auf dem heimischen Herd: Produkte der Schott AG sind sehr präsent im Alltag - auch wenn uns das oft gar nicht bewusst ist. Denn wer weiß schon, dass selbst die weißen Inseln auf dem Parkett der Frankfurter Börse durch das Spezialglas des Mainzer Technologiekonzerns so weiß leuchten? Der fährt nach krisenbedingten Einbußen im vergangenen Jahr schon wieder Höchstumsätze ein. Warum das so ist und wie Schott seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben will, das erläuterte dessen Vorstandschef  Prof. Udo Ungeheuer bei den 75. Wirtschaftsgesprächen am Main im Frankfurter Hotel InterContinental.

Prof. Ungeheuer, der seit sechs Jahren an der Spitze von Schott steht, ist einer der Topmanager, die von ihrem eigenen Unternehmen regelrecht begeistert sind. Und andere mit ihrer Begeisterung anstecken können. In seinem halbstündigen Vortrag gab er den zahlreichen Gästen Einblicke in die verschiedenen Geschäftsfelder des Konzerns. Die sind gespickt mit Hightech-Produkten made in Mainz - beispielsweise tonnenschweren Spiegeln für Weltraumteleskope oder aktiven Lasergläsern, die in der Mess- oder Medizintechnik Anwendung finden.

Schott ist, wie Prof. Ungeheuer ausführte, in 45 Ländern mit Vertriebs- und Produktions­standorten präsent, beschäftigt bei einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro 17.500 Mitarbeiter und ist in vielen Bereichen Markführer. Diese Position sei vor allem angesichts der wachsenden Konkurrenz aus China nicht einfach zu behaupten. Die Strategie der Mainzer ist laut ihrem Vorstandschef einfach und einleuchtend: „Den technologischen Vorsprung sichern wir bis jetzt vor allem durch unsere Forschung hier in Deutschland. Die Mitarbeiter sind zwar teurer als anderswo, aber eben auch bestqualifiziert. Und das zahlt sich in einer Know how-Tiefe und einem Innovationstempo aus, das wir für unsere Spitzenposition brauchen."

Die richtigen Mitarbeiter helfen Schott auch bei einer weiteren aktuellen Herausforderung:  „Die fast überall zu beobachtende Volatilität trifft auch unsere Märkte. Die immer kurzfristigeren Nachfragezyklen bleiben ein ständiger Begleiter und verlangen nicht nur von uns viel Flexibilität", so Prof. Ungeheuer. Dafür brauche man Mitarbeiter, die Veränderungen annehmen und unternehmerisch mitdenken. Dass Schott über solche Mitarbeiter verfügt, machte der Topmanager am Beispiel eines freiwilligen Verzichts auf variable Gehaltskomponenten deutlich, dem alle im Unternehmen im Krisenjahr zustimmten. Der vielzitierte Spruch, dass nur Wandel die Zukunft sichere, treffe bei Schott voll und ganz zu und sei mittlerweile fest in der Unternehmenskultur verankert.

Ein weiterer Trumpf, der die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsinitiative-Mitglieds Schott unterstreicht, ist das Geschäftsfeld der Solarenergie. 20 solarthermische Kraftwerke werden bereits heute mit Schott-Technologie betrieben. Genau so viele sind bereits beliefert und 20 weitere in Planung, wie der Vorstandschef ausführte. Der ging in diesem Kontext auch auf Desertec ein. Ein Megaprojekt, das neben Schott von Unternehmen wie Siemens, ABB, Eon, RWE und der Deutschen Bank vorangetrieben wird. Ziel dabei ist, aus dem Sonnenlicht der Sahara Strom für Europa zu gewinnen. Für Prof. Ungeheuer ein absolut realistisches Szenario: „Technisch ist das alles kein Problem. Aber politisch muss da natürlich noch einiges passieren". Das Potenzial dieser Art von Energiegewinnung sei dabei riesengroß. Solarstrom aus 1% der Fläche der Sahara reiche aus, den Energiebedarf Europas zu bedienen. Bei 4 % der Fläche wäre der weltweite Energiebedarf gedeckt.

 
Die Wirtschaftsgespräche am Main sind eine Kooperation der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, der Messe Frankfurt, des Intercontinental Hotels und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu den Gesprächen werden hochrangige Wirtschaftsführer  oder  Politiker eingeladen, die zu aktuellen Themen referieren

Datum:27.08.2010
Ort:Hotel InterContinental, Frankfurt; Wilhelm-Leuschner-Straße 43, 21. Stock, Raum Silhouette

Zurück